Die Geschichte des Microbirrificio MóMò

Microbirrificio MóMò entstand 2012 im Mendrisiotto im Tessin – aus einer echten Leidenschaft für handwerklich gebrautes Bier und aus der Neugier, den Brauprozess selbst zu erleben und zu experimentieren.

Der Name MóMò stammt vom historischen Dialekt-Spitznamen, mit dem die Einwohner des Mendrisiotto im Süden des Kantons Tessin bezeichnet werden. Wir haben diesen Namen bewusst gewählt, weil er eine starke Verbindung zur Region ausdrückt: eine unmittelbare Erinnerung an unsere Wurzeln und an die Gemeinschaft, in der das Microbirrificio entstanden ist.

Die Anfänge

Die ersten Produktionen wurden in sehr kleinen, beinahe experimentellen Chargen hergestellt.
Der allererste Sud war ein Bier im Pilsner-Stil, das aus historischen und namensrechtlichen Gründen später in Blonde umbenannt wurde. In dieser Zeit wurden sogar die Malze noch von Hand mit einer kleinen Mühle gemahlen – ein deutliches Zeichen für einen vollständig handwerklichen und autodidaktischen Ansatz.

Diese ersten Biere begannen schnell unter Freunden und Bekannten zu zirkulieren und weckten Neugier und Begeisterung – zu einer Zeit, als die Craft-Beer-Bewegung im Tessin noch ganz am Anfang stand.

Von der Experimentierphase zur Produktion

Mit wachsendem Interesse stieg auch die Nachfrage stetig an. Die Biere waren schnell ausverkauft, und es wurde notwendig, die Tätigkeit strukturierter und organisierter aufzubauen.

Die offizielle Registrierung als Brauerei mit der Zuweisung der Identifikationsnummer 494 markierte den Übergang zu einer echten Produktionsrealität. Aus dieser Nummer entstand auch das Symbolbier der Brauerei: die 494, das blonde Bier, das bis heute zu den historischen Etiketten von MóMò gehört.

Im Laufe der Zeit haben neue Rezepte und weitere Experimente das Sortiment erweitert, begleitet vom Eintritt weiterer Freunde in das Projekt.

Ein neuer Standort und stetiges Wachstum

Ende 2015 zog die Brauerei in einen größeren Standort um, der besser auf die Produktionsanforderungen abgestimmt war. Der neue Raum ermöglichte eine bessere Organisation, die Erweiterung der Ausrüstung und ein kontinuierlicheres Arbeiten.

Die Produktionsanlage wurde vollständig vom Team selbst gebaut, mit der Unterstützung erfahrener freiwilliger Handwerker. Dabei folgte man einer Philosophie, die stark auf Handarbeit und auf die direkte Kontrolle jeder einzelnen Phase des Brauprozesses ausgerichtet ist.

Die Kultur der Verkostung

Mit dem Wachstum des Projekts ist auch die Aufmerksamkeit für die sensorische Analyse und die organoleptische Qualität der Biere gestiegen.

Eines der Teammitglieder hat Diplome als Biersommelier erworben und sich intensiv mit professioneller Verkostung, Aromabeschreibung und gastronomischen Kombinationen beschäftigt. Dieser Ansatz trägt dazu bei, Ausgewogenheit, Konsistenz und Wiedererkennbarkeit in jedem Rezept zu gewährleisten.

Zutaten und Produktionsphilosophie

Die Rohstoffe werden sorgfältig bei spezialisierten Lieferanten ausgewählt:
Die Malze stammen hauptsächlich aus Deutschland, die Hopfen aus verschiedenen Regionen der Welt — darunter Deutschland, Tschechien, Neuseeland und die Vereinigten Staaten — während die Hefen von Herstellern ausgewählt werden, die für Qualität und Zuverlässigkeit bekannt sind.

Die Produktionsphilosophie setzt auf langsamere Prozesse, sorgfältige Verarbeitung und höchste Aufmerksamkeit für Details, wobei die Qualität im Mittelpunkt jeder Entscheidung steht.

Nachhaltigkeit und Region

Obwohl die lokalen Rohstoffe nur begrenzt verfügbar sind, bemüht sich MóMò, mit möglichst nahegelegenen Betrieben zusammenzuarbeiten und die Biere hauptsächlich in der Region zu vertreiben, um Abfälle und unnötige Transporte zu reduzieren.

Ein konkretes Beispiel für Kreislaufwirtschaft ist die Wiederverwendung der Malztreber, die als Futtermittel für das Vieh einer lokalen Organisation verwendet werden.

Gemeinschaft und Veranstaltungen

Im Laufe der Jahre hat das Microbirrificio MóMò an zahlreichen lokalen Veranstaltungen und Festivals rund um handwerklich gebrautes Bier in der Schweiz teilgenommen.

Einer der bedeutendsten Momente war das erste Craft-Bier-Festival im Tessin, das gerade im Mendrisiotto stattfand. Dort nahm MóMò nicht nur an der Veranstaltung teil, sondern unterstützte auch andere Brauereien und stellte die soziale Dimension in den Mittelpunkt, indem es Momente des Austauschs und der Geselligkeit schuf.

Heute

Heute entwickelt MóMò weiterhin neue Rezepte und Interpretationen, folgt der Entwicklung der Geschmäcker und bewahrt die Neugier, aus der das Projekt ursprünglich entstanden ist.

Obwohl die Brauerei auf Freiwilligenarbeit und Freundschaft basiert, wird sie mit professionellem Ansatz, großer Aufmerksamkeit für Details und viel Engagement geführt.

Ein Projekt, das aus Leidenschaft entstanden ist, mit Einsatz gewachsen und mit Ernsthaftigkeit weitergeführt wird.